Gehalt, Tantieme oder Ausschüttung
Als Gesellschaftergeschäftsführer haben Sie mehrere Wege, Geld aus Ihrer GmbH zu erhalten. Das Gehalt mindert den Gewinn der Gesellschaft und wird bei Ihnen mit dem persönlichen Steuersatz besteuert. Eine Ausschüttung wird zuerst in der Gesellschaft und dann bei Ihnen mit der Abgeltungsteuer belastet. Welche Kombination günstiger ist, hängt von Ihrem Steuersatz, dem Gewerbesteuerhebesatz Ihrer Gemeinde und Ihrem tatsächlichen Bedarf ab.
Wichtig ist dabei der Fremdvergleich: Gehalt und Tantieme müssen dem entsprechen, was ein fremder Geschäftsführer erhalten würde. Andernfalls behandelt das Finanzamt den überhöhten Teil als verdeckte Gewinnausschüttung.
Privatentnahmen und Liquidität
Viele Unternehmer entnehmen hohe Beträge, weil Geld auf dem Firmenkonto liegt. Bei einer GmbH ist das nur über Gehalt, Ausschüttung oder Darlehen möglich, jeweils mit eigenen Regeln. Bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften spielt die Entnahme für die Besteuerung keine Rolle, beeinflusst aber Liquidität und Vermögensaufbau. Wir planen Entnahmen gemeinsam mit den Steuerzahlungen, damit beides zusammenpasst.
Gründen mit Struktur
Die größte Wirkung hat Steuergestaltung, bevor eine neue Gesellschaft entsteht. Wer bereits ein profitables Unternehmen führt und eine Holding gründet, ein zweites Geschäft aufbaut oder Immobilien in eine eigene Gesellschaft legt, entscheidet damit über die Steuerlast der nächsten Jahre. Wird eine bestehende Beteiligung später in eine Holding eingebracht, beginnt eine Sperrfrist von sieben Jahren. Wer die Struktur gleich richtig aufsetzt, spart Zeit und Steuern.
Für größere Vermögen kann eine Familienstiftung sinnvoll sein. Sie hält Unternehmensanteile und Vermögen über Generationen zusammen und unterliegt alle 30 Jahre der Erbersatzsteuer. Ob sich das für Sie eignet, hängt vor allem davon ab, wie wichtig Ihnen Zusammenhalt und Nachfolge im Vergleich zum freien Zugriff auf das Vermögen sind.
Exit vorbereiten
Ein Unternehmensverkauf ist für viele Unternehmer das wichtigste finanzielle Ereignis ihres Lebens. Ob Sie die Anteile selbst halten oder über eine Holding, ob Sie vor oder nach einer Umstrukturierung verkaufen, verändert die Steuerlast erheblich. Weil Sperrfristen von bis zu sieben Jahren gelten können, beginnt eine gute Exitplanung lange vor dem ersten Gespräch mit einem Käufer.